Warum nicht geimpft wird - und das Problem H9N2

Abgesehen von der Schwierigkeit, den Impfstoff zu entwickeln - man beachte an dieser Stelle die "Menschengrippe", für die es in der regel jährlich neuen Impfstoff gibt , weil Viren sich derartig schnell verändern (mutieren), ist der häufigste Tests vor dem Keulen der Antikörpertest.

Bisher wird öffentlich kaum thematisiert, dass Tiere (ganze Bestände, also 10.000de) auch nach einer überstandenen Viruserkrankung ohne klinische Symptome aufgrund positiver Antikörperteste gekeult werden. Nach einer Impfung wäre dieser einfache, schnelle, billige, extrem fehlerbehaftete Test nicht mehr möglich, da bei geimpften Tieren ja stets Antikörper nachgewiesen werden können (der sogenannte Impftiter).

Also könnte sich die Vogelgrippe dann u.U. verdeckt verbreiten, weil nicht mehr schnell gekeult werden könnte. Man müsste erst einen Test abwarten, der eine gerade stattfindende Erkrankung, einen aktiven Virus, nachweist. (Dauer: 1-2 Tage)

 

Gegen das humanpathogene Vogelgrippeirus LPAI H9N2 werden laut FLI bereits seit Jahren Puten in Niedersachsen geimpft (Tiergesundheitsjahresbericht des FLI 2015, Seite 43). Ein Antikörperschnelltest gegen Vogelgrippe allgemein wird bei gegen LPAI H9N2 geimpften Tieren stets positiv sein, also Antikörper nachweisen.

 

Man muss also noch größere Angst vor einem Ausbruch dessen als vor etwas anderem gehabt haben, was sich auch durch die Studie erklärt, die wir hier hinterlegt haben. Laut ihrer verbreitet sich vor allem H9N2 extrem effektiv über das Trinkwasser.

 

 

Offensichtlich hatte das Land Niedersachsen aufgrund der seit Jahren (mindestens 2012) unbeherrschbaren Durchseuchung der industriellen Massentierhaltung mit LPAI H9N2 größere Angst vor einem Ausbruch der Vogelgrippe LPAI H9N2 als vor einer Verschleppung eines anderen Erregers. Diese Sorge ist vor dem Hintergrund u.a. Studie aus China sehr verständlich. Laut dieser verbreitet sich LPAI H9N2 extrem effektiv über das Trinkwasser.

 

Wieso diese Angst? Ein sogenanntes "spill-over", der Übersprung einer tierspezifischen Erkrankung auf den Menschen (== > Zoonose), ist bei LPAI H9N2 bereits vor ca. 20 Jahren geschehen.

Aber z.B. das Killervirus von 2006/7, HPAI H5N1, konnte sich nur durch Kombination (Reassortanten) mit LPAI H9N2 zu einem Killer für Menschen entwickeln.

 

Ist das Impfen bei Aviärer Influenza sinnvoll?

  

Erreichen die Impfungen gegen H9N2 das Ziel, eine Art Grundimmunität zu erreichen?

Nein. Obwohl bereits im Ei und auch danach mehrfach gegen LPAI H9N2 geimpft wird, bleibt laut Veterinären den industriellen Massentierhaltungen eine Behandlung gegen H9N2 nicht erspart.

Impfstoff ist in der Regel immer weniger potent als das Durchlaufen des eigentlichen Infekts. In Fall des HPAI H5N8 scheint bei einigen Tieren (deren Grundkonstitution uns nicht bekannt ist) die Infektion schnell zum Tode zu führen - andere scheinen aber ohne Symptome eine Infektion durchlaufen zu haben. Diese wären ideale Kandidaten für die zur Zucht (Antikörper werden an das Ei weitergegeben, ähnlich wie an Babys beim Menschen). Durch das Keulen ganzer Bestände, die man auch unter Beobachtung stellen könnte, wird das Auffinden solcher robuster Tiere und damit die Weitergabe ihrer Gene komplett verhindert.