Alles für die Öffentlichkeit

Je länger die aktuelle Vogelgrippelage geht und die hiermit verbundenen Maßnahmen uns binden, umso mehr Material fällt an.
Diese Seiten sollen dazu dienen, riefe, Zahlen, Fakten, Infos, Downloads, Grafiken und anderes zur Verfügung zu stellen.

 

 

Mut gegen Macht

Die ARD berichtet über den Handel mit Mist: http://one.ard.de/mediathek/player.jsp?vid=679986


9.2.2017
zur Zeit liest man fast täglich von unzähligen toten Wildvögeln, die eingesammelt und beprobt werden.

Nur an verhältnismäßig wenigen kann dann tatsächlich der Erreger nachgewiesen werden.

 

Auffallend ist, dass bei diesem 2. Grippegeschehen sehr viele Schwäne und Greifvögel unter den Totfunden sind.

 

Schwäne:
Fakt ist, insbesondere in den Gegenden, wo die meisten Funde von Schwänen zu verzeichnen sind, haben wir seit Wochen anhaltend tiefsten Winter.

Zugefrorene Gewässer und schneebedeckte Ländereien. Schwäne benötigen vergleichsweise viel Nahrung, die sie bei zugefrorenen Gewässern nicht finden.

 

Zusätzliche Fütterungsverbote verschärfen das Problem für diese Tiere.

Hungertod dieser Tiere dürfte vorprogrammiert sein.

 

Greifvögel:
die meisten Greifvögel ernähren sich von Mäusen und anderen Kleinsäugern sowie geschwächten Wildvögeln.
 In kargen Zeiten (besonders im Winter) greifen sie aber auch auf Kadaver zurück.

Geschlossene Schneedecken machen die Jagd auf Kleinnager praktisch unmöglich.

Jetzt sammeln wir auch noch sämtliche Kadaver aus der freien Landschaft ein.

Damit nehmen wir Greifvögeln und Aasfressern eine weitere wichtige Nahrungsquelle. Zumal die allermeisten der Totofunde auch noch AI negativ sind.

Ich könnte mir also gut vorstellen, dass auch hier viele verhungern.

 

Dann lese ich gestern in der Taunus Zeitung 9.2.2017 Opel Zoo: Neues Projekt – Feldhamster, dass der dort mit H5N8 positiv beprobte
Pelikan nicht an dem Virus verstarb, sondern als Folge der Aufstallpflicht. Hier ist also offenbar endlich einmal auch die Todesursache untersucht worden
.
Weitere Pelikane aus derselben Gruppe waren, wie wir alle wissen, nicht infiziert und mussten auch nicht getötet werden.

Es wird m.E. allerhöchste Zeit, hier tiefgreifende Ursachenforschung zu betreiben.

Dazu gehört:

  1. bei JEDEM Todfund, bei dem ein positiver H5N8 Nachweis erbracht wird, die Untersuchung der Todesursache.
  2. die Feststellung, ob das Vorhandensein des Virus lediglich nachgewiesen wird oder ob auch eine Infektion vorliegt.


Des Weiteren muss m.E. das Prozedere der Einsammlung und Beprobung der Todfunde dringend überarbeitet werden!

Der Presse kann man täglich entnehmen, wie dies zurzeit abläuft: da laufen Mitarbeiter der Stadt oder der Feuerwehr oder des

Veterinäramtes durch die Landschaft – nicht selten mit Müllsäcken (sicher unsteril)  ausgestattet, in die die verendeten Tiere gesammelt werden.

Es wirkt auch keineswegs so, als würden nach der Berührung eines Todfundes sofort die Handschuhe gewechselt, eine

Desinfektion der Hände und Kleidung vorgenommen  und eine neue, sterile Tüte genommen, bevor man den nächsten Todfund einsammelt.

Auf den vielen Bildern von Beprobungen im Labor sieht man immer wieder, wie die Tiere aufgereiht auf ein und demselben Tisch liegen.

In so manchem Pressebericht liest man, dass die Jägerschaft für die Beprobung von Federwild mit herangezogen wird.

 

Andererseits lesen wir nahezu täglich, dass selbst bei akribisch eingehaltenen Biosicherheitsmaßnahmen das

Virus immer wieder seinen Weg in hermetisch abgeschlossene Riesenstallungen findet.

 

Nun muss sich doch jeder einigermaßen logisch denkender Mensch als allererstes fragen:

Wie viele  der Todfunde, an denen das Virus H5N8 nachgewiesen wurde, sind lediglich ein Ergebnis von Verunreinigungen  aufgrund dieser

alles anderen, als professionellen Einsammlung und Beprobung der verendeten Tiere?

 

Dieselbe Frage stelle ich mir übrigens auch bei den Beprobungen in Hausgeflügelbeständen:

  1. Wird da bei jedem einzelnen Tier, bevor es von dem Beprober berührt wird, dieser einer Volldesinfektion und einem Handschuhwechsel unterzogen,
  2. ist sein Equipment steril und sichergestellt, dass es keinerlei indirekte Übertragungen von dem zuvor beprobten Tier aus demselben Bestand gibt?
  3. wie sicher ist es, dass der Beprober keinerlei Keime aus Beständen, die er zuvor beprobt hat, direkt oder indirekt z.B. über sein Equipment mit einschleppt?


Diese Frage stellte sich mir besonders, als ich von zwei Fällen las, wo Massentierbestände negativ beprobt worden waren und einige Tage später

(genau passend zur Inkubationszeit) plötzlich zahlreiche Tiere tot umfielen.

 

Last not least sollte man vielleicht überlegen, negativ beprobte Wildvogel-Todfunde wieder in die freie Landschaft zu verbringen, damit die Aasfresser und Greifvögel

nicht ihrer Nahrung beraubt werden.

 

Auch eine Zufütterung der Schwäne mit regionalen, natürlichen (nicht importierten oder mit irgendwelchen Tiermehlen versetzten)  Futtermitteln wäre m.E. zu überlegen,

solange die Gewässer zugefroren sind. Vermutlich kann man damit die Zahl der Todfunde deutlich reduzieren, weil zumindest jene Tiere raus fallen, die sonst einfach verhungern.