Metasequoia - Aggression hinter Gittern!

Kommentar auf Augsburger Allgemeine
„Vogelgrippe- Aggression hinter Gittern“

Solche Aussagen können nur von Menschen kommen, die überzeugt sind, dass alle Hühner braun sind und alle Kühe lila.
Wenn sich auch nur einer dieser ach so allwissenden und gesetzesbelesenen Amtspersonen mal auf einen Biobauernhof oder in einen Rassegeflügelverein bemühen würde, dann gäbe wenigstens einen Menschen mehr in diesen Amtsstuben, der der Realität ins Auge geblickt und vielleicht sogar gemerkt hat, dass eben nicht alle Hühner braun und alle Kühe lila sind.
Warum beschleicht mich, als Rassegeflügelzüchter, nur zunehmend das Gefühl, dass Rassevielfalt nicht nur nicht gewünscht, sondern für einige wenige (höchstwahrscheinlich genau vier große landwirtschaftliche Geflügelerzeuger) extrem gefährlich ist, wahrscheinlich noch gefährlicher, als jegliches HxNx- Virus. Es könnte sich ja herausstellen, dass diese ach so gefährlichen Rassen, die da z.B. Altsteirer, Brakel, Deutsches Reichshuhn, Krüpper, Lakenfelder, Vorwerk, und wie auch immer heißen, nicht anfällig für das Virus sind.
Das wäre tatsächlich extrem gefährlich, aber nur für solche Institutionen wie das FLI, die vier Geflügelgroßkonzerne und deren Erfüllungsgehilfen auf Partei- und Regierungsebene. Gefährlich deshalb, weil diesen Rassen nicht die Widerstandskraft zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit weggezüchtet wurde. Gefährlich deshalb, weil diese nicht mit Antibiotika und anderen Medikamenten vollgepumpt werden müssen, um nicht vor Mastende und Vermarktung tot umzufallen. Gefährlich deshalb, weil diese Rassen sich auch außerhalb (oder besser gesagt GERADE außerhalb) hermetisch abgeschlossener Großzuchtanlagen mit hochtechnisierten Seuchenschutzanlagen behaupten würden. Und natürlich gefährlich deshalb, weil sich diese und andere genetisch gesunde Geflügelrassen munter vermehren und für Ihre Besitzer Eier legen würden.
Und das kann doch nun wirklich nicht sein, Verbraucher, die nicht die "guten" Produkte der Geflügelgroßkonzerne kaufen und konsumieren. Wo kämen wir denn da hin, wenn gesunde Menschen nicht mehr ihre zusätzlichen Rationen Antibiotika, Nitrate, multiresistenten Keime und was da noch für gute Zutaten in Masthähnchen und Co. schlummern, verabreicht bekommen.
Da könnten ja gleich noch wichtige Wirtschaftszweige, wie die Pharmaindustrie weg brechen. Nein, das geht also gar nicht!
Behaupten die Rassegeflügelzüchter doch tatsächlich, so gut wie noch nie Vogelgrippeviren in ihren Beständen gehabt zu haben, und das seit Jahrhunderten! Und gefährlicher Weise können das viele von denen sogar beweisen. Völlig verständlich, dass da FLI und Erfüllungsgehilfen dagegen vorgehen und auch solche Kleinbestände beproben müssen. Gefährlicherweise könnte nämlich sonst noch der Unterschied zwischen Masthybriden und Rassehühnern auch für die gottseidank bisher kritiklosen Verbraucher offensichtlich werden. Und zum Glück erlaubt ja die Geflügelpestverordnung eine sofortige Keulung bei Verdacht....was die Beprobung dann im nachhinein ergibt, ist ja obsolet.
Das Ganze natürlich nur zum Schutz der deutschen Geflügelbestände, die zum Schutz vor einem "elendigen Verrecken" durch das Virus vorsichtshalber elendiglich erschlagen, oder mit viel zu kleinen Genickbruchzangen vor eben diesem Virus bewahrt werden.
Mann, es muss doch endlich mal wer begreifen, dass es Politiker und FLI nur gut mit uns meinen!!!

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Kommentare: 1
  • #1

    Helmut M. (Mittwoch, 01 Februar 2017 00:39)

    Ziel eines jeden Kleintierzüchters sollte unter anderem sein, widerstandsfähige Tiere zu züchten, ohne eine
    Geflügelapotheke zur Hand. Das ist genau im Einklang mit der Natur und funktioniert seit hunderttausenden von
    Jahren bei den Zugvögeln. Das dabei Tiere verenden, zum Beispiel in Kälteperioden gehört dazu. Ein Gewinn ist
    es, wenn die Tiere bei Virenbefall Antikörper bilden und der Krankheit somit widerstehen. Diese Immunität geben
    sie an ihre Nachkommen weiter. Wer dann diese resistenten Tiere töten will ist ein Narr und hat die Gesetze der Natur
    nicht begriffen. Das Großmästereien präventiv unterwegs sind und alles unternehmen, das in ihrer risikobehafteten
    Haltungsweise keine Krankheiten ausbrechen liegt zum einen an dem Gewinnstreben dieser Betriebe und am Konsumverhalten vieler Verbraucher - es zählt nur billig!
    Wer als Geflügelhalter Futter beim regionalen Erzeuger kauft versteht nicht, wie im Handel Geflügel verkauft wird um einen Preis, der eigentlich nicht mal die Futterkosten deckt.
    Vielleicht kommen Veterinäre und Politiker mal auf die Idee zu prüfen, was eigentlich in den großen Mastbetrieben verfüttert wird und wo das Futter herkommt. Das würde sicher auch viele Verbraucher interessieren.
    Die nächsten Wochen geben möglicherweise Aufschluss darüber, in wieweit ein politisches Interesse besteht,
    die Ursachen für die aktuelle H5N8 aufzuarbeiten oder die Politik sich damit zufrieden gibt, nur einen Sündenbock,
    nämlich die Zugvögel zu präsentieren.