Offener Brief: SO NICHT MIT UNS!

Antwort von mir am 12.12.1016:

Sehr geehrte Frau Dr ....,

 

Ich weiß, Ihre Zeit ist begrenzt, aber nehmen Sie sich bitte die 5 Min. Zeit, diese E-Mail zu lesen.

 

Hätten Sie meine erste E-Mail tatsächlich gelesen, wüssten Sie, dass nicht der Ausbruch der Geflügelpest bei mir Fragen aufwirft, sondern der Umgang der Regierenden damit.

 

Meine Fragen werden durch die Informationen auf Ihrer Website in keinster Weise beantwortet. Da ich mich in den letzten 3 Wochen in meiner Freizeit mit kaum etwas anderem als diesem Thema beschäftigt habe, bin ich über alles, auch die Ergüsse des FLI (auf das  sich die Behörden ja einzig verlassen) und die daraus resultierende Geflügelpestverordnung, sehr gut informiert.

 

Eine meiner Fragen ist und war, warum das FLI als einziges Institut mit der Sache betraut ist, die Deutungshoheit hat und nicht von anderen Stellen gegenkontrolliert wird. Da die Auswirkungen auf Tierhalter (Geflügelhalter, Hunde- und Katzenhalter) durch die Geflügelpestverordnung gravierend sind, sollte es selbstverständlich sein, dass nicht nur ein Institut mit der Forschung und Interpretation betraut ist, das durch die Nähe zur Geflügel- und Pharmaindustrie auffällt.

 

Eine weitere Frage ist: Warum wird nicht von FLI- und Geflügelindustrie-unabhängiger Seite genauestens untersucht, welche Auswirkung die Handelsströme der Geflügelindustrie auf das Seuchengeschehen haben und wie gering die Gefahren tatsächlich sind, dass durch Wildvögel (insbesondere Gartenvögel), Schadnager, Katzen und Hunde ein Vireneintrag in Geflügelhaltungen (besonders Freiland-Kleinhaltungen) stattfinden kann?

 

Liegen weiterhin Fälle vor, in denen aus solchen Kleinhaltungen mit infizierten Tieren andere Geflügelbestände infiziert wurden? Das müsste doch, wenn die theoretische Gefahr ernstzunehmend ist, nach über einem Jahrzehnt internationaler Erfahrung mit verschiedenen Vogelgrippeviren, erforscht und durch Zahlen belegt sein?

 

Außerdem möchte ich gerne wissen, wie es bei einem so hochansteckenden Virus passieren kann, dass es nach den ersten Funden von annähernd 200 toten infizierten Reiherenten an den Plöner Seen weder zu einem anhaltenden Massensterben in der dortigen Wildvogelpopulation kam, noch Hobby-Geflügelhaltungen im Umkreis und im weiteren Verlauf des Flusses Schwentine, der durch besagte Gewässer fließt, vom Virus betroffen waren. Auch weitere infizierte Wildvögel wurden meines Wissens im weiteren Verlauf des Flusses bis zur Mündung nicht gefunden und alle anderen Funde bundesweit (außer Bodensee) waren in der Regel Einzelfunde / wenige Vögel.

 

Ich bitte Sie und das FLI, diese Fragen unter die FAQ aufzunehmen und sie zu beantworten.

 

Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass Ihre Zeit begrenzt ist.

 

Aber bedenken Sie, dass auch ich nicht unbegrenzt Zeit zur Verfügung habe und mir dieser Unsinn schon mehr als genug Zeit gestohlen hat. Ich habe Familie, kleine Kinder, bin selbständig und habe in der Vorweihnachtszeit mit dem Weihnachtsgeschäft mehr als genug zu tun. Dann musste ich noch eine Voliere bauen, soll Biosicherheitsmaßnahmen umsetzen (mit welchem Geld? Das für die Weihnachtsgeschenke der Kinder? Oder das, was für Impfungen, Wurmkuren und andere eventuelle Tierarztkosten beiseite gelegt wurde?) und die Hühner beschäftigen, damit sie in der Enge nicht aggressiv werden. Oder lieber gleich alle schlachten?

 

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert und wir nicht mehr an der Nase herumgeführt werden. Ich möchte gerne ehrliche Antworten auf meine Fragen haben und nicht ein vom FLI und der Geflügelindustrie verordnetes "Bla bla bla".

 

Ich danke Ihnen im Voraus, wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und verbleibe,

 

Mit freundlichen Grüßen,

Sabine Fuchs

Dies ging voran:

Gesendet: Donnerstag, 1. Dezember 2016:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Zum Thema Vogelgrippe / Geflügelpest / H5N8 gibt es inzwischen eine Fülle von Veröffentlichungen, Empfehlungen, Handreichungen, Meldungen...

 

Eine jedoch fehlt bis heute. Titel: "Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig Holstein setzt sich kritisch mit Friedrich-Loeffler-Institut über dessen Empfehlungen und Risikoeinschätzungen in Sachen Vogelgrippe auseinander"

 

Warum fehlt das bis heute? Wo es seit mindestens 10 Jahren ausreichend Anhaltspunkte dafür gibt?

 

Ich fordere Sie auf, diesen Sachverhalt auf Grundlage des hier angehängten wissenschaftlichen Beitrages offen zu diskutieren und zu einer vom FLI unabhängigen Schlussfolgerung und Einschätzung der Lage zu kommen.

 

Für eine realistische Bekämpfung und zum Schutz der Wildvögel ist es dringend notwendig, andere Maßnahmen als die bisherigen zu ergreifen.

 

Auszug aus dem wissenschaftlichen Beitrag von Steiof et al.:

 


"Alle diese Erkenntnisse sind nicht neu, sie wur-
den sogar mehrfach publiziert. Der Umstand, dass alle
Gegenargumente aber vom FLI seit 2006 nachhaltig
ignoriert werden, legt nahe, dass diese Einrichtung zu
einer zielführenden epidemiologischen Aufarbeitung
von HPAI-Seuchenzügen und damit auch einer Ent-
wicklung sinnvoller Strategien zu deren Bekämpfung
nicht in der Lage ist. Den verantwortlichen politischen
Entscheidungsträgern ist daher dringend zu empfehlen,
andere Institutionen oder Personen mit dieser Aufgabe
zu betrauen."

 

Ich bitte um Rückmeldung und danke Ihnen im Voraus für die professionelle Bearbeitung meines Anliegens.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Sabine Fuchs

 

 

 

Antwort aus dem Ministerium am 08.12.2016

 

Sehr geehrte Frau Fuchs,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht, deren Eingang wir Ihnen gern bestätigen. Der Ausbruch der Geflügelpest in Schleswig-Holstein wirft bei Ihnen und vielen Bürgerinnen und Bürgern sowie Betroffenen Fragen auf.

 

Für eine Erstinformation sind wesentliche Inhalte auf der Web-Seite der Landesregierung unter www.schleswig-holstein.de/gefluegelpest zusammengestellt. Die eingehenden Fragen werden ausgewertet und der Katalog der häufig gestellten Fragen (FAQ) auf der Web-Seite der Landesregierung wird ggf. ergänzt.

 

Wir bitten vor dem Hintergrund des aktuellen Seuchengeschehens um Verständnis, dass eine Einzelbeantwortung Ihrer Fragen nicht erfolgen kann.

 

Das FLI ist für die Länder das Institut für die Risikobewertung zu Tierseuchengeschehen. Insoweit möchte ich auch auf die aktuellen Risikobewertungen hinweisen. Als Bundesinstitut untersteht das FLI dem Bundeslandwirtschaftsministerium.


Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt

 

und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

 

Referat Veterinärwesen