Persönliches Wochenendstatement

Für mich geht es in Hinblick auf die aktuelle Vogelgrippe um zwei Paar Stiefel aus dem möglicherweise selben Schrank.

 

Das eine ist: ich hätte gerne mal Klärung über die Verbreitungswege der Viren. Da ich keine Virologin, leider aufgrund eines Interessenskonfliktes nicht einmal Biologin, bin, bin ich hier auf Hilfe anderer angewiesen, um mir ein objektives Bild machen zu können. Ich bin nicht dumm, ich kann mir auch vergleichsweise komplexe Inhalte aneignen, aber ich brauche eventuell sachliche und objektive Hilfe dazu, um das binnen eines verträglichen Zeitrahmens und ohne vollständiges Studium zu schaffen.

So einfach ist das - die, die mich beim Wissenserwerb unterstützen, müssten mich dafür aber auch ernst nehmen und am Diskurs interessiert sein.

Zum Beispiel, wenn es um die Verbreitung der Viren und der entsprechenden Sequenzen, der Reassortanten etc. geht.
Ich mutmaße, dass bei einer ergebnisoffenen Betrachtung des Phänomens Aviäre Influenza in Hinblick auf die Verbreitungswege der Viren ohnehin kein "entweder-oder" rauskommt, sondern dass es längst und seit Jahrzehnten ein "deswegen-weil-in Folge" ist.
Soweit dazu.
Als nächstes fände ich den UMGANG mit der Erkenntnis wichtig.

Ja, Viren sind echt scheiße, sie können mutieren und sie mutieren nicht einmal in einem Schritt (naja, geht ja wohl auch), sondern während der Weitergabe und aufgrund der vielen Typen und Subtypen - NUR: wieso glauben "wir" an die Allmacht des Menschen, dies in allen Fällen verhindern zu können?
Wieso ist es bei den Vogelgrippeviren so extrem wichtig, bei Human-Erkrankungen aber gibt es keine Verordnungen?

Richtig - weil da das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen über den Kollektivgedanken gestellt wird. Und genau DAS ist MEIN zweites Paar Stiefel, für das ICH mich im Aktionsbündnis einsetzen will:
Ich lasse mir das Selbstbestimmungsrecht über die Art und Weise, wie ich meine Hühner halte, nicht gerne entziehen, insbesondere DANN nicht, wenn es keine Grundlage dafür gibt. Die Rechtsgrundlage ist eine Geflügelpestverordnung, die in Zusammenhang mit einem für Mensch und ander Säuger erwiesenermaßen nicht ungefährlichen Variante erlassen wurde. Das war im Jahr 2006/2007 und wurde der Einfachheit halber gleich für alle Varianten der sogenannten Vogelgrippe erlassen.

OKAY - kann ich mit leben, wenn ich muss -
HIER - im Herbst 2016 - aber sehe ich Willkür und eine Unverhältnismäßigkeit der Mittel! Wir haben ein für Mensch und Säuger ungefährliches Virus, das seit Jahrzehnten, von Europa über Asien kreisend, rund um die Erde existiert. In der Dauer liegt die Gefahr der Mutation. Ja, so ist es. AKTUELL aber ist das Virus ungefährlich. Um die Gefährlichkeit und damit die Legitimation für die Aufstallungen (als beschlossene Maßnahmen) dem breiten Publikum gegenüber zu rechtfertigen, spricht man medial geschickt von einer "Pandemie" und wiederholt die "hohe Pathongenität" - Worte, die einen Laien bei Wiederholung derselben wirklich extrem kompetent erscheinen lassen, selbst, wenn er/ sie nicht weiß, was das bedeutet. Beides sowas wie "gefährlich halt".  Und da man schon dabei ist, wird auch gleich alles, was ein HxNy im Namen trägt, getötet, sobald ein einzelnes Tier eines Bestandes betroffen ist - es sei denn, es handelt sich um öffentlichkeitswirksames Geflügel wie die Pelikane im Opel Zoo.

DAS finde ich persönlich als manipulativ, den Umgang bei Befall eines Bestandes als ungerecht und letztlich die Tatsache, dass nicht einmal kontroliert wird, wer sich gesetzestreu an die Auflagen hält und wer nicht, als inkonsequent und enttarnend. Denn: wäre die "Seuche" wirklich so gefährlich für die "Allgemeinheit", dass sie pandemische Ausmaße annimmt, dann würde damit in der Tat ganz anders umgegangen (es lohnt, den Begriff "Pandemie" nachzuschlagen! Er ist nämlich eine Quantitätsdefinition und bezieht sich zudem aufMenschen - bei Tieren spricht man von Panzootie, macht aber nicht so viel her, weil Otto Normalverbraucher das Wort nicht kennt und sich nicht als Experte fühlen kann).


DARUM geht es mir bei meinem Engagement für das "Aktionsbündnis VogelFrei" - NICHT darum, jede anders lautende Erkenntnis als die, die mir passt, zu ignorieren, sondern der Wahrheit rund um die Vogelgrippe, so pathetisch dies klingt, etwas näher zu kommen.

Afra Korfmann