Aktuelle Pressemeldung

Exempel am Hobbyhalter oder Seuchenschutz???

 

Am 02.12.2016 wurden in Brandenburg Neu Schwante auf grausamste Art und Weise unzählige liebgewonnene Tiere der Familie Müller umgebracht. Die Familie geht heute noch an dem Gartentisch vorbei, der dafür als Schlachtbank missbraucht wurde.

Ein normales Leben, ein fröhlicher Sommernachmittag an diesem Gartentisch?? Undenkbar.

Der Vater wollte seinen Tieren Gutes tun, hat eine Ausnahmegenehmigung von der tierquälerischen Aufstallungspflicht beantragt, eine der Proben, die dafür genommen wurden, war positiv auf ein gering krankmachendes Grippevirus.

 

Das stümperhafte Töten, ausgeführt nicht etwa von einer professionellen Firma, sondern selbstgeplant und durchgeführt von der örtlichen Kreisveterinärin Dr. Gallitschke, musste die Familie über 5 Stunden miterleben. Den Menschen auf dem Hof wurde die Seele verletzt! Die übliche Berichterstattung vergisst dabei, dass auch Tiere ein Empfinden haben. Es wird von infizierten „Stück“ Geflügel geschrieben, als ob es sich um verdorbenes Mehl eines Bäckers handeln würde. Beispielhaft für viele andere sei die Trauerschwanfamilie genannt. Das Pärchen lebt sein Leben lang zusammen und hat dabei eine innige Liebesbeziehung - hier war die Liebe gekrönt von drei zauberhaften Kindern, die die Mutter in 35 Bruttagen aufopferungsvoll ausgebrütet hat und seit dem Schlupf treu umsorgte. Schwäne sind zauberhafte Eltern. Müllers konnten sich daran erfreuen, wie die Eltern die Kinder umsorgten. Das Leben dieser Tiere wurde brutal zerstört, die Schwanenfamilie genauso ausgelöscht, wie die unbekümmerte Freude Ihrer Besitzer daran.

 

Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf.

 

Nicht die beteiligten Feuerwehrleute, nicht die Polizisten tragen die Verantwortung. Selbst der Kreisveterinärin kann nur ein Teil der Schuld zugeschrieben werden. Der Gesetzgeber schreibt den Kreisveterinären die persönliche Haftung in Seuchenfällen zu, Überreaktionen wie hier – vorprogrammiert. Es ist kein Schicksal, wenn ein einzelnes Friedrich-Löffler-Institut (FLI), an dessen Unabhängigkeit kaum einer mehr glaubt, die Gesetzgebung so beeinflusst, dass bei dem Nachweis eines einfachen Grippevirus ganze Bestände getötet werden. Was maßt der Mensch sich an, zu glauben, eine ganz natürliche Existenz von Antikörpern in gesunden Tieren, wie es sie seit hundertausenden von Jahren gibt, durch Tötung dieser Tiere selbst beseitigen zu können.

 

Herr Dr. Mettenleiter, auch verbandelt mit dem Fleischkonzern Tönnies über dessen Stiftung Tönnies Forschung, gibt als Leiter des FLI die Richtung vor. Es werden Tiere in Stallhaft genommen, obgleich Wissenschaftler längst belegen konnten, dass Freilandgeflügel wie Wildvögel eher die Opfer sind, die sich beim Wirtschaftsgeflügel aus Massenhaltungen anstecken, nicht umgekehrt!

 

Müllers wollten freiheitsliebende Wasservögel nicht in enge Ställe pferchen, aber das Gesetz lässt eine Ausnahmegenehmigung faktisch nicht zu. Wie Dr. Mettenleiter selbst erst kürzlich bestätigte, finde man so gut wie in jedem Bestand Antikörper gegen irgend ein Vogelgrippevirus. Eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen ist also ein Spiel des Tierfreunds mit dem Leben seiner Tiere. Diese Konstellation dient dem weiteren Vorantreiben der Massentierhaltung, fördert damit die Ursache der Vogelgrippe und das FLI, das weitere Forschungsgelder zur Bekämpfung der Seuche erwarten darf. Gegen die Seuche würde dagegen ein Verbot der Stallhaltung und eine weit verteilte Geflügelpopulation helfen. Denn stark krankmachende Viren töten schnell, sie können selbst nur existieren, wo genügend Massen an Tieren als Krankheitswirt zur Verfügung stehen.

 

Nicht zuletzt um solche Fehlstellungen in den Gesetzen zu ändern, aber auch, um die Selbstherrlichkeit der Amtsträger nicht ungestraft zu lassen, hat sich über das Forum www.huehner-info.de und viele facebook-Gruppen im Internet das Aktionsbündnis VogelFrei gegründet. Es klärt über Fehlinformationen offizieller Stellen unter www.wildvogel-rettung.de auf und bringt über den Rassegeflügelzüchterverein Flensburg www.rgzv-cimbria.de/h5n8 rechtliche Schritte auf den Weg.

 

Wir empfinden es als unsere Aufgabe, dem Tierschutzverein oder Verband, der sich hier berufen fühlen sollte, juristische Schritte zu prüfen, mit weiterführenden Informationen die ganze Grausamkeit der Geschehnisse offen zu legen.

Für von der Keulung bedrohte Tierhalter hat Mathias Güthe vom Aktionsbündnis VogelFrei unter 0176 41794962 eine Notruftelefonnummer eingerichtet, unter der schnelle Hilfe organisiert werden kann. www.aktionsbuendnis-vogelfrei.jimdo.com

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    DerBär (Freitag, 09 Dezember 2016 15:52)

    Auch dieser Ansatz wird im Sande verlaufen. Schuld daran ist nicht das mangelde Engagement einzelner, sondern die Ignoranz der Bevölkerungsmehrheit. Schutz von Wild- und Freilandnutzgeflügel ist 90% der Bevölkerung völlig schnurz, solange das Hähnchenbrustfilte in der Kantine für 3,50 EUR zu haben ist. Und gegen die Interessen des Großkapitals wurde und wird in diesem Land niemals regiert. Denn diese sorgen auch dafür, dass sich auch die Ärmsten die Putenbrust vom Discounter leisten können. Also wo soll die Mehrheit für entsprechend notwendige Gesetze kommen? Die paar Stimmen von kleinen Tierhalten und Wildvogelschützern sind für ALLE Parteien verzichtbar!

  • #2

    FraKo (Freitag, 09 Dezember 2016 17:21)

    @ DerBär
    Hallo Bär - genau diese Einstellung, die du hier von dir gibst, ist der Grund, warum die Massentierhalter mittlerweile überall Recht bekommen. Komischer Weise merkst du aber gleichzeitig, dass deine Einstellung falsch ist!
    DIE MEHRHEIT MACHST`S!!
    Dazu muss man natürlich auch mal den Arsch hochkriegen und sagen - so geht`s nicht weiter!

    Und wenn das immer mehr werden, dann müssen auch die Herrschaften vom FLI und dedr Politik einen Gang zurückschalten und kapieren, dass sie nicht bei jeder Gelegenheit die Gesetze so hinbiegen können, wie es gerade ihre "Gönner" von ihnen erwarten. Momentan ist nach meinem Gefühl die richtige Zeit, hier nicht mehr klein bei zu geben und entlich was zu bewegen. Der Unmut ist deutlich spürbar und wird immer lauter.
    Wenn wir jetzt immer noch den Kopf in den Sand stecken, dann wird in kürzester Zeit eine Gans oder ein Huhn auf einer grünen Wiese, die sich des Lebens freut, Geschichte sein. Die Hühner werden dann wahrscheinlich quadratisch gezüchtet sein, damit sie besser in die riesigen Hallen kestapelt werden können.

    In so einer Welt möchte ich nicht mehr leben - mit oder ohne Geflügelpest!!