Über Uns - Aktionsbündnis VogelFRei

Bei sinkenden Fallzahlen im Wildvogelbereich trifft es nach vor vielen Wochen, teilweise schon Monaten, ausgerufener Stallpflicht zusehends Geflügelbetriebe, in denen die Seuche ausbricht.

Seltsam, angesichts der Tatsache, dass es hier ja aufgrund der Stalllpflicht und Biosischerheitsmaßnahmen eigentlich nicht mehr zu Eintragungen des H5N8-Virus hätte gekommen sein dürfen....

 

Wir fragen uns, wie die Ministerien die Maßnahme der Aufstallung ausgedehnt und unter alleiniger Berufung auf das Friedrich-Loeffler-Institut rechtfertigen wollen - es gibt genug Gegenthesen zur Verbreitung der Viren, es gibt genug Gründe, den Status Quo zu hinterfragen.

 

Denn nach wie vor gilt: H5N8 wurde in nur vergleichsweise wenigen Fällen bei Wildvögeln gefunden und ist nicht auf den Menschen übertragbar.

 

Deswegen wehren wir uns gegen die Stallpflicht als „flächendeckende Maßnahme“, gegen Keulungen gesunder Tiere, machen Vorschläge, wie man anders verfahren könnte und streben langfristig die Überarbeitung der bestehenden Geflügelpestverordnung an.

 

Wir sind eine ständig wachsende Gruppe von Menschen, die die Aufstallpflicht hinterfragen und die nicht mehr bereit sind, den sinnlosen Massentötungen zuzusehen.

 Es steht außer Frage, dass Tierseuchengeschehen ernst genommen werden müssen, dazu gehört in unseren Augen aber auch ein ernstzunehmender, objektiver und neutraler Forschungsansatz.

 Außerdem gehört für uns dazu, den Respekt vor dem Individuum und vor dessen Lebensrecht zu wahren.

 Beides findet in der Geflügelpestverordnung vom 18.10.2007 in unseren Augen zu wenig Raum.

Wir verstehen uns als bundesweites Aktionsbündnis, das die Maßnahmen im Umgang mit der Aviären Influenza bei Geflügel hinterfragt und damit der einseitigen Informationspolitik der ausführenden Stellen entgegen wirken will.

Wir bezweifeln angesichts der finanziellen und personellen Nähe des FLI ( Friedrich Loeffler Institut) zur Industrie seine Unabhängigkeit und daraus resultierend die Richtigkeit seiner Risikoeinschätzung und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.

Ferner fordern wir eine alsbaldige Aufhebung der aktuellen Stallpflicht, wie sie in vielen Bundesländern in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Geflügelgroßindustrie zu deren Schutz und Absicherung verhängt wurde.

Insbesondere, da auch laut Fachliteratur die Wildvögel kaum als Reservoir dienen (Siegmann/ Neumann: Kompendium der Geflügelkrankheiten, S. 147 ff., Schlütersche, 7. A), stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit der flächendeckenden Stallpflicht in Gegenden, in denen erfahrungsgemäß keine Wassergeflügelarten vorkommen.

 

Wir sprechen einer Seuche nicht ihre Gefährlichkeit ab - aber wir wollen eine adäquate Einschätzung der aktuellen Seuchenlage und eine angemessene Reaktion auf anders lautende Fakten als die, die das FLI nennt und deutet.

Bestandsisolationen können sinnvoll sein - aber dazu gehört sehr viel mehr, und zwar auf der politischen Ebene:

  • Das Anerkennen der Massentierhaltung als Brutstätte und Verteilzentrum der viralen Epidemien - weltweit
  • Das Hinterfragen der Verteilwege - statt bloßer Schuldzuweisungen an "den Vogelzug"
  • Der im biologischen Sinne sinnvolle Umgang mit Resistenzen und bereits durchlaufenen Erkrankungen (die Antikörpernachweise bei bestimmten Testverfahren positiv anzeigen) - statt des einfachen Keulens als "schnellste Maßnahme" bei "Positivbefund". Diese Tiere sind nicht krank, sondern immun!
  • Testungen und Referenztests, statt nur Schnelltests, die auch immunisierte Tiere als "positiv" markieren
  • Also: keine Tötungsentscheidungen aufgrund von (oft falsch positiven) Schnelltestverfahren. Tötungen dürfen nur nach erfolgter Bestätigung im Referenztest und bei gleichzeitig auftretender Symptomatik erfolgen
  • keine vorbeugende Tötung kompletter Bestände aufgrund weniger positiver Testergebnisse – stattdessen Quarantäne, Beobachtung und Tötung ausschließlich der symptomatisch auffälligen, positiv gestesteten Tiere
  • Finanzielle Unterstützung von Kleinhaltern, falls es doch zu einer echten Epidemie/ Panzootie kommt, um fachgerechtes und artgerechtes Aufstallen auch bei weniger betuchten Züchtern umzusetzen.
  • Übernahme der Folgekosten bei einer Keulung
  • Nicht zuletzt: den Austausch mit anderen Ländern, in denen ANDERE Maßnahmen praktiziert werden - präventiv.

Solange all diese Maßnahmen NICHT umgesetzt werden, grenzt das derzeitige Vorgehen an Willkür und wirkt unglaubwürdig.